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WHIDG? Erstausstattung

Kennt ihr diese langen Listen mit all den Dingen, die ein Neugeborenes angeblich alle braucht? Auf jeder Babyseite im Internet findet man sie wahlweise mit oder ohne ungefähren Preisangaben, die einem die Ohren zum Schlackern bringen. Natürlich weiß man beim ersten Kind nicht genau was man alles so braucht und darum bekommt ihr heute meine Liste mit Kommentaren:

  • Kinderwagen (steht auf den meisten Listen ganz oben, wahrscheinlich weil es wohl der teuerste Artikel auf der Liste ist… wir haben unseren für unschlagbare 30€ gebraucht gekauft): Unser Kinderwagen steht die meiste Zeit ungenutzt in der Garage… ich benutze lieber das Tuch und nur mein Mann nutzt ihn einmal in der Woche. Wenn beide tragen wollen, braucht man auch keinen.
  • Babyschale fürs Auto
  • Windeln: Wir benutzen Mullwindeln mit PUL-Überhosen. Eine Erstausstattung haben wir gebraucht von einer Freundin bekommen und haben noch ein paar Sachen dazugekauft. Insgesamt haben wir 60 Mullwindeln und 3-4 Überhosen in jeder Größe.
  • Klamotten: Auch da haben wir eine Erstausstattung von meiner Tante bekommen, viel auf Flohmärkten gekauft oder selbst genäht. Ein paar Teile haben wir natürlich auch gebraucht gekauft. Zu den Mengenangaben macht hier jeder andere Vorschläge. Wir hatten in der ersten Größe ungefähr je sieben Langarm-Bodys und Pullover, drei Hosen und drei Strumpfhosen, dazu ein paar kurze Teile, die der Prinz jedoch so gut wie nie getragen hat, weil er ein Winterkind ist. Wir hatten auch eine oder zwei Jacken, aber da ich ihn meistens im Tuch mit unter meine Jacke genommen habe, waren die fast überflüssig. Ach ja: Mützen hatten wir auch einige. Wir hatten auch viele viele Söckchen, aber da er die ständig verloren hat sind wir sehr schnell zu Strumpfhosen übergegangen
  • Tragetuch/-tücher und Tragejacke: Waren für uns unersetzlich, aber zum Tragen schreibe ich noch mal separat einen Artikel… Es gab auch schon mal einen hier.
  • Babybadewanne/Badeeimer und Badethermometer: Gerade für die ersten Wochen ist der Badeeimer toll, aber selbst bei unserem Minibaby hat er nur drei Monate gereicht. Zur Sicherheit haben wir die ersten beiden Male das Thermometer benutzt, das ist aber wohl kein Muss.
  • Lammfell/Krabbeldecke
  • Laufstall: Den Laufstall haben wir von einer Freundin gebraucht bekommen… aber der Prinz hat nie darin gelegen. Jetzt haben wir ihn zum Treppengitter umgebaut.
  • Wickelkommode mit Auflage: Wir haben eine normale Kommode gekauft und selbst einen Aufsatz gebaut. Die Auflage habe ich genäht aus einer Wachstuchtischdecke, die ich mit Styroporkügelchen (für Sitzsäcke) gefüllt habe. Das hat den Vorteil, dass der Kleine nicht so leicht wegrollen kann.
  • Wärmelampe für den Wickeltisch
  • Gitterbett mit Matratze: Das Gitterbett ist noch vom Mann, wir haben es nur neu gestrichen und eine neue Matratze gekauft. Geschlafen hat der Prinz noch fast gar nicht darin… Auch dazu habe ich hier schon mal etwas geschrieben.
  • Spannbetttücher und wasserdichte Unterlagen als Matratzenschutz
  • Schlafsäcke
  • Fieberthemometer
  • Stillkissen: Zum Stillen fand ich das ja mehr als unpraktisch, aber in der Schwangerschaft habe ich es geliebt und auch danach habe ich es als Abgrenzung für das Baby benutzt, damit er mir nicht vom Sofa rollen kann.

Ich hoffe, dass ich nichts wesentliches vergessen habe… wenn euch noch etwas einfällt, dann schreibt es mir doch in die Kommentare, dann kann ich das ergänzen.

Beim zweiten Kind hätte ich gern noch eine Federwiege, aber das ist auch alles was ich ein bisschen vermisst habe.

Vielleicht ist das ja für die eine oder andere Schwangere da draußen eine kleine Hilfe.

Alles Liebe

Frau Pe

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WHIDG? Beikoststart

Eine der häufigsten Fragen, die ich im Moment von Freunden und anderen Mamas gestellt bekomme, ist die nach dem Beikoststart… besonders wenn ich erzähle, dass wir dem Prinzen keinen Brei gegeben haben.

Ich habe schon in der Kinderwunschzeit mal zufällig von Baby Led Weaning (BLW) auf einem Blog gelesen Ich weiß leider nicht mehr welcher Blog es war, aber irgendwie ist mir das Konzept in Erinnerung geblieben… und als meine Hebamme mir dann auch noch dazu geraten hat, war meine Entscheidung gefallen. Aber zurück zum Anfang: BLW heißt übersetzt „vom Baby gesteuertes Abstillen“, hat also vom Begriff her zunächst einmal gar nichts mit der Form des Essens zu tun, sondern bedeutet nur, dass ich mein Kind selbst entscheiden lasse was und wie viel es essen möchte und wann es bereit ist das Stillen zu reduzieren oder zu beenden. Das bedeutet natürlich, dass ich (als Mama) bereit sein muss meinem Kind die Kontrolle zu überlassen und wenn nötig noch eine ganze Weile über den berühmten sechsten Monat hinaus zu stillen (oder Pre-Fläschchen zu geben). Es geht darum sich nicht auf irgendwelche Beikostfahrpläne zu verlassen, sondern auf mein Bauchgefühl und mein Kind… und nebenbei eine Menge Zeit und Geld zu sparen und die Begeisterung meines Kindes zu erleben, wenn es diesen Teil der Welt für sich entdeckt.

Für mein Verständnis ist es dabei ziemlich egal in welcher Form ich meinem Kind seine Nahrung anbiete, solange es allein entscheiden kann was und wie viel er davon essen will… und das geht am besten, wenn ich dem Kind nicht mit einem Löffel vor dem Gesicht herumfuchtel, sondern es sich das Essen selbst nehmen kann.

Der Prinz hat sich ungefähr eine Woche vor seinem Halbgeburtstag ein Brötchen aus meiner Hand geschnappt und wie wild angefangen darauf herumzukauen. In der Nacht danach hat er plötzlich zwei Zähne bekommen und das war für mich dann der Startschuss zum Thema Beikost. Damals habe ich nicht weiter über die Beikostreifezeichen nachgedacht, aber im Nachhinein habe ich dann gelernt, dass er die schon erfüllt hat und der Vollständigkeit halber will ich sie hier noch einmal auflisten:

  • Das Baby signalisiert deutlich Interesse am Essen der anderen. Es greift z.B. nach Essbarem, macht Kaubewegungen nach oder stößt aufgeregte Laute aus.
  • Das Baby kann seinen Kopf ohne Stütze selbst aufrecht halten.
  • Das Baby kann mit nur geringer Unterstützung stabil aufrecht sitzen. Es kippt mit dem Oberkörper nicht unkontrolliert nach vorne oder zur Seite.
  • Das Baby ist in der Lage Dinge selbstständig zu greifen und zum Mund zu führen.
  • Der Zungenstoßreflex ist ganz oder fast ganz verschwunden, sodass das Baby feste Nahrung nicht sofort wieder aus dem Mund befördert.

(Quelle: http://www.babyspeck.at/ … übrigens eine tolle Homepage zum Thema BLW mit Rezepten und Tipps)

Mir war es wichtig, dass wir als ganze Familie wenigstens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag haben und darum war die erste Mahlzeit an der der Prinz regelmäßig teilgenommen hat das Abendessen. Da er schon sehr gut gesessen hat, habe ich ihn in seinen Hochstuhl gesetzt und wir haben ihm das Essen auf sein Tablett gelegt und er konnte es sich dann nehmen (oder eben nicht). Gestartet haben wir mit gedünstetem Gemüse, Kartoffeln und Nudeln oder Brot. Wie von den meisten BLW-Mamas empfohlen haben wir die Nahrung in Stifte geschnitten, die er gut in der Faust halten konnte, so dass oben noch ein Stück herausschaut an dem er herumkauen konnte. Am Liebsten mag er noch heute alles was bunt ist. Möhren werden Kartoffeln vorgezogen und Nudeln mit Soße sind besser als ohne.

Die ersten Versuche waren dann etwas ernüchternd. Es ist kaum etwas im Magen gelandet, aber es war toll zu beobachten was für einen Spaß er hatte. Er saß stolz wie ein kleiner König auf seinem Stuhl und hielt seine Beute in der Hand. Schnell haben wir gelernt, dass er experimentierfreudiger war, wenn wir vorher gestillt haben. Den Zusammenhang zwischen Essen und Sattwerden musste er wohl auch erst einmal kennenlernen. Schnell habe ich dann auch Mittags mit ihm gemeinsam gegessen. Frühstück fand ich am schwierigsten, denn ich frühstücke meistens Müsli und das konnte er ja schlecht allein essen… Erst als er angefangen hat mit dem Löffel zu essen (ich hab ihm den Löffel gefüllt und ihm dann entweder auf den Tellerrand gelegt oder  direkt in die Hand gedrückt) hat er dann auch wirklich mit gefrühstückt. In dieser Zeit wollte er sich nicht füttern lassen. Erst seit er wirklich gut allein essen kann, lässt er sich auch ganz gern mal füttern, wenn es ihm sonst nicht schnell genug geht.

Bei den ersten Versuchen zu essen hat er natürlich immer mal gewürgt, doch ich hatte vorher gelesen, dass das vollkommen normal ist, weil der Würgepunkt bei den Kleinen in der Mitte der Zunge liegt und nicht, wie bei uns, ganz hinten am Ende der Zunge. Das Würgen zeigt also nur, dass der natürlich Schutzmechanismus, den das Kind hat, funktioniert. Zu meiner eigenen Versicherung hatte ich mir vorher die Empfehlungen angesehen was bei Verschlucken zu tun ist (Schaut mal bei YouTube, da gibt es einige gute Videos zu dem Thema):

  1. Auf keinen Fall in den Mund greifen, denn dadurch kann das Essen nur noch tiefer in den Mund geraten.
  2. Das Kind mit dem Kopf nach unten auf dem Bauch auf meinen Oberschenkel legen und kräftig (!) mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter schlagen.

Mich hat es beruhigt, dass ich wusste was im Notfall zu tun ist, wir haben es aber nie gebraucht. Wenn das Kind so würgt, habe ich immer versucht Ruhe auszustrahlen und dem Kind das Gefühl zu geben, dass ich ihm vertraue und das alles in Ordnung ist und er hat es bravourös gemeistert.

Wir haben ihm immer zum Essen auch Wasser aus einem Glas angeboten. Das hat er auch sehr schnell herausbekommen wie das geht und nach einigen Monaten ging kaum noch etwas daneben. Natürlich wirft er mal ein Glas um oder beim Absetzen des Glases vergisst er es anzuheben, doch inzwischen kann er sich das Glas allein nehmen und es auch wieder abstellen nach dem Trinken (Betonung auf KANN).

Nach einigen Monaten wurde dann Besteck interessant und wir haben festgestellt, dass der Prinz am Besten mit einer Kuchengabel essen kann. Mit dem Löffel hatte (und hat) er noch einige Probleme, weil gerade feste Nahrung schnell wieder vom Löffel fällt, wenn der Winkel nicht genau stimmt. Ich fand es wahnsinnig spannend zu beobachten, dass der Prinz uns genau beobachtet und nachahmt. Wenn wir mit Besteck essen, dann braucht er auch welches und wenn wir keins benutzen, dann isst er auch am liebsten mit den Händen.

Es hat eine ganze Weile gedauert bis er wirklich nennenswerte Mengen an Nahrung zu sich genommen hat. Am Windelinhalt haben wir zwar recht schnell eine Veränderung gesehen, doch an der Stillfrequenz hat sich nicht merklich etwas getan. Erst als er ungefähr zehn Monate alt war, hat er von einem Tag auf den anderen tagsüber keine Brust mehr verlangt. Und so ist es bis heute. Wir stillen noch zum Einschlafen (Mittags und Abends) und Nachts, wenn er wach wird. Die Brust zum Einschlafen braucht er nicht unbedingt (aber es geht so am schnellsten), doch nachts hilft nichts anderes.

Insgesamt hatte diese Form der Beikosteinführung für uns eine Menge Vorteile:

  • Es spart Zeit! Ich muss nichts extra kochen (Wir haben nur Salz und Zucker weggelassen bzw. stark reduziert) und wir können gleichzeitig essen. Ich muss nicht erst das Baby füttern und mir dann überlegen womit ich den Kleinen beschäftige, damit ich auch noch Zeit zum Essen finde, sondern wir essen wirklich gemeinsam. Natürlich esse ich nicht total ungestört und entspannt wie in meinen kinderlosen Zeiten, aber das war ja auch schon so als er noch nicht mitgegessen hat.
  • Es spart Geld! Ich muss überhaupt nichts extra kaufen. Keine Gläschen, keine Milchbreipulver o.ä. Das einzige was wir neu gekauft haben war so ein Dünsteinsatz für den Kochtopf für ungefähr 5€.
  • Es macht Spaß. Wir hatten so viel Spaß den Prinzen bei der „Arbeit“ zu beobachten und er hatte Spaß beim Erkunden und Ausprobieren. Bis heute isst er so ziemlich alles und will alles probieren was die Großen auch essen.
  • Durch den frühen Umgang mit verschiedenen Konstistenzen und der Herausforderung auch kleinere Stückchen in den Mund zu bekommen, trainieren die Kinder ihre Feinmotorik und auch die Mundmotorik wird viel besser  angeregt, was sich wiederum positiv auf die Sprachentwicklung auswirkt.

Natürlich hat man gerade am Anfang ein bisschen mehr Gematsche und einiges an Nahrung landet auch auf dem Boden, aber wir haben eben oft den Boden saubergemacht und das Heruntergefallene einfach wieder auf den Tisch gelegt. Ein feuchter Waschlappen zum Hände abwischen erledigt den Rest. Auch Brei essen geht am Anfang nicht ohne Gematsche ab und insgesamt hielt sich das wirklich in Grenzen. Der Prinz hat sehr schnell gelernt, dass wir die Mahlzeit beenden, wenn er nur noch das Essen auf den Boden wirft und dass er Essen, dass er nicht mehr möchte auf den Tisch zurücklegen soll. Wahrscheinlich hatten wir da auch ein bisschen Glück…

Das war jetzt eine ganze Menge Text. Herzlichen Dank, wenn ihr es bis hier her geschafft habt. Ich könnte noch lange weiter schreiben doch ich mach hier lieber mal einen Punkt. Wenn noch Fragen offen geblieben sind oder ihr Anmerkungen habe, dann schreibt es in die Kommentare.

Alles Liebe

Frau Pe

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