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BüDo: slow family

Schon einige Wochen vor dem Erscheinen von „slow family“ von Julia Dibbern und Nicola Schmidt habe ich bei Facebook (oder war es woanders??) eine Vorankündigung entdeckt und war sofort Feuer und Flamme. Ich musste dieses Buch lesen… Schon der Untertitel „Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern“ spricht mir aus der Seele. So oft habe ich den Eindruck, dass mit Kindern das Leben immer schneller wird… vielleicht sogar werden muss? Irgendwie kommt immer mehr dazu. Mehr Aktivitäten, mehr Gedanken und Sorgen, mehr Planung… Der Beltz-Verlag hat mir dankenswerterweise das Buch dann als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und ich habe es innerhalb weniger Stunden verschlungen… Danke an die langen Wartezeiten bei meinem Frauenarzt! Leider hat es jetzt doch ein bisschen gedauert bis ich es geschafft habe, meine Gedanken dazu zu formulieren. Darum will ich auch gar nicht systematisch das Buch vorstellen, sondern einzelne Gedanken, die mir im Gedächtnis und vor allem in meinen Gedanken geblieben sind.
Der erste Gedanke, der mich unglaublich getroffen hat war: „Und gleichzeitig darf das „Nimm dir Zeit“ nicht zum nächsten Punkt auf der Du-bist-nicht-gut-genug-Liste werden, der uns unter Druck setzt.“ Autsch, das hat gesessen… das ist genau die Gefahr, in der ich so oft stehe. Ich erkenne, dass ich mir weniger Stress machen muss und da mir das so selten gelingt, macht es mir nur noch mehr Druck… eigentlich dumm, aber das zu verbalisieren hilft mir schon. Für mich ist es gut zu hören, dass ich nicht um jeden Preis entspannt sein muss. Aber ich darf es eben. Ich darf mir Zeit nehmen für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind und das ich entscheiden darf, wofür ich meine Zeit einsetze.
Wer von euch meinen Blog schon eine Weile verfolgt, der hat wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich mir schnell Sorgen mache. Mein Gedankenkarussell ist quasi immer in der Wartestellung und immer bereit für eine neue Runde. Dazu hat mich ein Zitat von Julia Dibberns Oma getroffen: „Sich Sorgen zu machen kostet nur Kraft. Und diese Kraft kann ich besser einsetzen, um das Problem zu lösen. Denn wenn ich mit dem Grübeln fertig bin, wird das Problem nicht kleiner sein. Ich habe dann bloß weniger Kraft, es zu lösen.“ Das ist natürlich wahnsinnig weise, aber im Alltag irgendwie schwierig. Ich habe mir dieses Zitat in meinen Kalender geschrieben, damit ich es immer vor Augen habe und nicht vergesse… Mir hilft dabei der Glaube an einen gütigen Gott, an den ich meine Sorgen abgeben kann, der es gut mit mir meint und mein Leben zu einem guten Ziel führt.
Ein Thema, dass mich im Moment sehr beschäftigt ist die Frage nach der Schule… Ja, mein Sohn ist erst zwei, aber – Gedankenkarussell und so – trotzdem mache ich mir meine Gedanken und vieles in mir sträubt sich bei dem Gedanken mein Kind einem „System Schule“ anzuvertrauen, dem ich nicht besonders viel Gutes zutraue. Doch auch dazu gibt es eine kurze Anekdote mit dem prägenden Satz „Hast du kein Vertrauen in deine eigene Erziehungsarbeit?“ Das hat gesessen. Denn natürlich glaube ich, dass ich mein Kind stark mache durch die Art und Weise wie wir im Alltag mit ihm umgehen. Dieser Satz gibt mir so viel Mut und hilft mir meine Angst vor der Schule und allem was dazu gehört hinten an zu stellen… was jetzt nicht heißt, dass ich mir jetzt keine Gedanken darüber mache, aber Angst muss es mir auch keine machen.
Einen letzten Gedanken habe ich noch, der mich schon vor der Lektüre von „slow family“ für das artgerecht-Projekt eingenommen ist das afrikanische Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“ Besonders in der ersten Zeit mit Baby hatte ich den Eindruck, dass die Art und Weise wie wir heute unsere Babys betreuen nicht besonders effizient ist. Da sitzen in hundert Wohnungen hundert Mamas mit jeweils einem kleinen Baby… und alle sehnen sich nach Gesellschaft, nach Austausch und nach Bestätigung. Viel sinnvoller erscheint es doch, dass wir uns nicht so sehr ins Private zurückziehen, nicht jedes Problem allein lösen, uns Hilfe suchen und Hilfe geben… Ich merke, dass mir das oft wirklich schwer fällt, weil ich das Gefühl habe alles selbst schaffen zu müssen, weil alle anderen es ja auch irgendwie hinbekommen. Und natürlich geht es in den meisten Fällen auch irgendwie allein, aber es könnte so viel einfacher sein. Ein guter Vorsatz für 2017 ist mich da zu öffnen, mein Netzwerk zu bauen und zu stärken.
Natürlich gibt das Buch eine ganze Werkzeugkiste an praktischen Ideen, aus der sich jede Familie die Sachen herauspicken kann, die passend sind. Da gibt es zum Beispiel Anregungen zum Spielen mit Dreck, ins Bett bringen, Verantwortung, eigene Muster erkennen und – besonders entspannend der Jeden-Tag-Effekt, der mir kleine Schritte erlaubt. Ich muss nicht an einem Tag die Welt verändern, sondern darf jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gehen.
Ich hoffe, dass das jetzt nicht zu konfus war und ihr einen guten Eindruck von „slow family“ bekommen habt. Insgesamt kann ich euch das Buch wirklich empfehlen, für euch, als Geschenk für liebe Menschen. Es ist wirklich schön geschrieben und hat zumindest mir viele spannende Anstöße für meinen bzw. unseren Alltag gegeben.
In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne „langsame“ Adventszeit und schließe mit dem Abschlusssatz des Buches: „Es gibt viel zu lieben, legen wir los!“

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Zwei!

Mein Prinz ist jetzt schon zwei. Und er erzählt es auch jedem, ob er fragt oder nicht… und bei mir geht es wieder los! Ich bin schon ganz emotionsduselig – die Schwangerschaftshormone legen auch noch eine kräftige Schippe drauf –  und denke zurück. Schon gestern Abend wanderten meine Gedanken zurück an den Vorabend der Geburt. Wie wir hier auf dem Sofa saßen und „tatsächlich Liebe“ geschaut haben und dabei gerätselt haben, ob die rätselhafte Flüssigkeit in meiner Unterhose Fruchtwasser oder doch etwas anderes. Kurz habe ich darüber nachgedacht meinen Mann kurz vor Mitternacht aus dem Schlaf zu reißen, wie ich es vor genau zwei Jahren auch getan habe.

Beim Kuscheln im Bett habe ich dem Prinzen erzählt, dass er vor zwei Jahren noch in meinem Bauch war – da wo das Baby jetzt ist – und wie wir uns gefreut haben, als er dann endlich rauskam. Seinen Kommentar „Du rausgehüpft“ habe ich dann einfach mal so stehenlassen. Ich kann es immer noch nicht fassen wie unglaublich „erwachsen“ dieses kleine, zerknautschte und hilflose Bündel Mensch geworden ist. Er ist eine richtige kleine Persönlichkeit. Er weiß was er will und was er nicht will… Hosen ohne ein einziges Auto zum Beispiel. Er ist meistens mutig und neugierig, manchmal schüchtern und verkuschelt. Er ist manchmal sprunghaft und dann wieder hochkonzentriert und ausdauernd. Er kommt auf die lustigsten Ideen und bringt uns ständig zum Lachen. Er bringt uns auf die Palme mit seinen Wutanfällen und spontanen Meinungswechseln. Ihm an einem normal gedeckten Frühstückstisch ein Brot zu schmieren gleicht manchmal einem Spaziergang über ein Minenfeld.. Schon die Frage „Butter oder nicht?“ und dann die Auswahl des Belags kann eine Weile dauern. Richtig schwierig ist dann die Frage nach der Darreichungsform. In Stückchen geschnitten zum Aufpieksen mit der Gabel, in Streifen oder doch zusammengeklappt? Ein Fehler hier kann den ganzen Vormittag versauen…

Doch normalerweise ist mein Prinz wirklich kein schwieriges Kind, er versucht fast immer zu kooperieren… so sehr, dass ich mir manchmal schon Gedanken mache. Meistens befolgt er Bitten, die man an ihn richtet… Selten sofort, aber am Ende tut er es dann doch, auch ohne dass man die Bitte mehrfach wiederholen muss. Wenn er im Supermarkt seine Lieblingskekse entdeckt, dann holt er sie zwar meist auch gegen meinen Wunsch aus dem Regal und legt er sie in den Einkaufswagen, aber wenn ich ihm ankündige, dass ich sie nicht kaufen werde, dann räumt er sie auch wieder ins Regal zurück… sogar an die richtige Stelle. Dieses Spiel können wir auch ohne Wutanfall sicher drei- oder viermal spielen und es scheint ihn noch nicht einmal groß zu stören. Irgendwann muss ich dann natürlich den Einkauf möglichst schnell zum Ende bringen oder wir riskieren doch einen Streit, aber meistens ist es echt problemlos.

Ich freue mich darauf zu erleben wie mein großer Junge die Welt entdeckt, wie er sich weiterentwickelt, wie er Freunde findet, Konflikte löst und hoffentlich immer einen Grund zum Lachen findet.

Ich hol mir jetzt mal ein frisches Taschentuch und dann backe ich Eierkuchen für den Kindergeburtstag nachher.

Liebe Grüße

Eure stolze Großkindmama Frau Pe

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SSW 23: Ein Kindergartenkind

Mein Kind überrascht mich immer wieder. In der letzten Woche haben wir mit der Eingewöhnung im Kindergarten begonnen. Mann, ich war unglaublich nervös. In der Nacht zum Mittwoch –  unserem ersten Tag – konnte ich kaum schlafen. Meine Gedanken kreisten um Fragen zu Bindung, Berliner Eingewöhnungsmodell und Pipiansagen. Die Leiterin hatte bisher keine genauen Angaben gemacht wie die Eingewöhnung genau ablaufen soll, aber das Berliner Modell tauchte auf jeden Fall irgendwie auf. Ihre Aussage war nur: „Wir machen das ganz individuell je nach Kind!“ Am Morgen bin ich aufgewacht mit dem Gedanken, dass ich mir irgendwie bei meinem eigenwilligen Prinzen nicht vorstellen kann, dass eine langsame Trennung nach dem Berliner Modell die funktioniert. In meinem Kopf spukte der Gedanke, dass es viel passender wäre, wenn ich für ihn klar trenne, dass im Kindergarten nur Kinder spielen dürfen und Mamas nicht. Ich habe den Gedanken schnell verworfen, weil ich dachte, dass man das halt so nicht macht.

Am ersten Tag sollten wir zur Frühstückszeit kommen und er hat auch gleich begeistert mitgemacht und sich an den Tisch gesetzt. Gegessen hat er natürlich nicht so viel, dazu waren wohl zu viele Dinge zu beobachten und zu entdecken. Nach dem Frühstück hat er sich dann gleich etwas zum Spielen gesucht und ich habe noch ein paar Dinge verräumt… Ich war vielleicht zwei Minuten weg, doch als ich wiederkam war das Kind verschwunden. Da alle Türen zu waren, konnte er ja nun nicht wirklich weg sein, aber alle Erzieher und ich haben uns natürlich  trotzdem sofort auf die Suche begeben… nach einer Weile haben wir ihn dann auch gefunden… in einem ganz anderen Gruppenzimmer ins Spiel an einem großen Duplohaus vertieft. Er schien sich also schon mal sicher zu fühlen. Nachdem sich der erste Trubel dann gelegt hatte, alle Kinder irgendwie ins Spiel gefunden hatten, fragte ich die Leiterin dann, ob ich den Raum schon mal verlassen sollte und sie meinte, dass sie mir das auch gerade vorschlagen wollte. Ich sollte also nach Hause fahren und sie melden sich, wenn ich gebraucht werde… Ich war ein bisschen baff, aber eigentlich war das ja genau das was ich mir auch schon überlegt hatte. Im Endeffekt habe ich ihn dann also halb zwölf wieder abgeholt und alles war in bester Ordnung. Er hat wohl die ganze Zeit gespielt und hat auch Pipi angesagt. Wow!

Seitdem machen wir das so und alle meine Sorgen waren zunächst also unbegründet. Natürlich heißt das nicht, dass das jetzt genau so unkompliziert weiter geht, aber der Anfang ist schon mal sehr ermutigend. Seine Augen fangen an zu strahlen, wenn er vom Kindergarten erzählt – besonders die große Brio-Bahn hat es ihm angetan – oder ich ihm sage, dass wir morgen wieder in den Kindergarten gehen.

Mal wieder zeigt sich, dass ich aufhören sollte mir so viele Gedanken im Vorfeld zu machen. Ich sollte wohl anfangen meinem Kind und meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Jetzt hoffe ich nur noch, dass er morgen wieder ganz fit ist und dann geht schauen wir mal wie es weiter geht.

Ich wünsche euch eine gute Woche

Alles Liebe

Frau Pe

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Sockenbremse neu gedacht

In der nächsten Woche starten wir mit dem Kindergarten. Dafür ist natürlich einiges vorzubereiten: Matschsachen, Gummistiefel, Sportsachen und natürlich Hausschuhe. Da ich kein Fan von klassischen – relativ festen – Hausschuhen bin, möchte ich dem Prinzen Lederpuschen mitgeben. Da diese für die Verantwortlichen nicht rutschfest genug sind, habe ich so ein Sockenstoplatexprodukt gekauft, mit dem ich die Sohlen behandeln kann. Als das Paket heute ankam, war der Prinz natürlich sehr interessiert und ich habe ihm erklärt, dass man das braucht, damit die Socken nicht mehr rutschen. Für den Moment war das Thema erledigt. Doch als eine Stunde später – als seine Hose mal wieder gerutscht ist – schnappte er sich das kleine Fläschchen und versuchte – zum Glück ohne Erfolg –  den Deckel zu öffnen, um den Bauchbund seiner Hose damit einzureiben. Tatsächlich habe ich einen kurzen Moment gebraucht, um zu verstehen was er vorhat. Seine Erklärung „Hose rutscht“ machte seinen Gedankengang dann klar. Ich bin immer wieder fasziniert von dem was unter dem blonden Wuschelschopf so vorgeht und wie er das was ich ihm sage aufnimmt und mit seinem Erleben logisch kombiniert. War er nicht gestern noch ein hilfloses Baby? Und plötzlich bringt er mich so zum Lachen, dass ich fast vom Sofa falle…

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SSW 21: Es wird anstrengend

Diese Woche war anstrengend. Zum ersten Mal in dieser Schwangerschaft bin ich auch körperlich an meine Grenzen gekommen. Mein Plan war es noch einmal ein paar Tage zu verreisen, bevor die Kindergartenzeit beginnt, in der wir zumindest jetzt am Anfang nicht mehr ganz so flexibel sein werden. Im Laufe der Tage unterwegs – die wirklich wunderschön waren – wurde es zunehmend schwieriger. Ich hab Rückenaue, Hüftaua, Sodbrennen, Muskelkrämpfe und von meiner Verdauung will ich lieber gar nicht sprechen. Jetzt bin ich sehr froh, dass wir nach der langen Zugfahrt wieder zu Hause sind und wir bzw. ich wieder einen Gang runter schalten kann, ohne das Gefühl zu haben die knappe Zeit nicht genug zu nutzen. Heute hingen wir alle noch ein bisschen durch und ich habe die Hoffnung, dass die Symptome wieder verschwinden… oder zumindest wieder erträglich werden. Im Moment kann ich mir schwer vorstellen wie ich mit dem aktuellen Schmerzlevel noch weitere mindestens 17 Wochen durchstehen sollen… besonders mit dem Wissen, dass es prinzipiell natürlich eher beschwerlicher wird mit wachsendem Bauch und aufgelockerten Bändern und Gelenken. Aaaaaaah im Moment bin ich echt ganz schön jammerig. Ich bin gespannt wie das weitergeht.

Außerdem geht der Prinz nun schon eine Woche eher in den Kindergarten als gedacht, also schon in weniger als einer Woche und auch das tut meiner Gemütslage irgendwie nicht gut… zu viele Fragen und Gedanken in meinem Kopf. Es bleibt spannend…

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