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Schnellstart ins Leben

Hallo ihr Lieben,

heute nun veröffentliche ich meinen Geburtsbericht. Das war sicher kein typischer oder normaler Geburtsverlauf, aber für mich war es genau das richtige… also los geht es:

Die Tage zuvor
Es tut sich nichts. Oder zumindest fast nichts. Seit der 24. Woche redet mein Frauenarzt von einer drohenden Fehlgeburt und dringend notwendiger körperlicher Schonung. Und jetzt sitze ich hier Mitte er 39. Schwangerschaftswoche und bin immer noch schwanger. Einen Meilenstein nach dem anderen ist einfach so hinter uns zurückgeblieben: Weihnachten, 2017, 37+0… ab heute keine Frühgeburt mehr und sogar den Termin zur geburtsvorbereitenden Akkupunktur, den meine Hebamme bei meiner Vorgeschichte (vorzeitiger Blasensprung bei der ersten Schwangerschaft) auf keinen Fall vor 38+0 machen wollte, konnte ich noch wahrnehmen. Mit schöner Regelmäßigkeit habe ich abends ein paar Wehen, die aber mit einer Wärmflasche schnell wieder verschwinden… stärker als normale Menstruationsbeschwerden werden sie fast nie, eine Regelmäßigkeit ist auch nicht erkennbar… und langsam glaube ich, dass das ewig so weitergehen wird.
23.01.2017
Der Abend beginnt mit den typischen leichten Wehen… Ich schaue immer mal auf die Uhr und stelle fest, dass sich da so langsam doch eine gewisse Regelmäßigkeit einstellt. Alle zehn Minuten ungefähr und doch schon langsam unangenehm. Ich überlege, ob ich jetzt meine Schwester anrufen sollte, aber irgendwie schrecke ich davor zurück sie jetzt mitten in der Nacht aufzuscheuchen, wenn der Spuk doch (wie in den Tagen davor) eh gleich wieder vorbei ist. Im Bett mit meiner Wärmflasche überlege ich hin und her… und nach ungefähr eineinhalb Stunden kann ich tatsächlich einschlafen. Als ich in der Nacht zur obligatorischen Pinkelpause aufwache, bin ich froh keinen falschen Alarm ausgelöst zu haben.
24.01.2017
Ein ganz normaler Morgen. Wir frühstücken und ich verabschiede gegen sieben Mann und Kind in Richtung Kindergarten. Ich verbringe den Vormittag wie immer in den letzten Tagen. Räume ein bisschen, putze ein bisschen und stricke an meinem Babypullover… noch in dem Glauben, dass ich den bis zum Abend bestimmt fertig bekommen kann. Kurz nach zehn bemerke ich, dass ich ständig das Bedürfnis habe auf die Toilette zu gehen… nein nicht ständig, sondern in regelmäßigen Abständen… das fühlt sich anders an, als die Tage zuvor. Ich kann kaum noch sitzen und habe das Bedürfnis herumzulaufen und mich während der Wehen (plötzlich bin ich mir sicher, dass es welche sind) irgendwo aufzustützen. Ich rufe also den Mann an, um ihm zu sagen, dass er den Prinzen vom Kindergarten abholen soll und bitte meine Schwester her zu kommen. Ich bin überzeugt, dass sie sich nicht beeilen muss, aber sie soll so schnell kommen, wie es geht, ohne in Panik zu verfallen. Sie kann 12:30 Uhr hier sein… ich freue mich, dass das so gut klappt. Schnell merke ich aber, dass die Abstände der Wehen sehr kurz sind und entscheide doch mal meine App anzuschmeißen und die Zeiten zu stoppen… alle 90 bis 120 Sekunden kommen die Wehen, die ich zu diesem Zeitpunkt schon nur noch im Knien vor unserem Couchtisch aushalte. Wow, wenn das erst die ersten Wehen sind, wie konnte ich mir jemals auch nur im Traum einbilden die Geburt ohne Schmerzmittel auszuhalten… Ich hätte Lust in die Badewanne zu gehen, aber ich traue mich nicht, weil ich meinem Kreislauf nicht traue.
Ich bekomme langsam Angst, denn die Pausen sind so kurz, dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich habe keine Idee, wie ich es weiter gehen soll, wie ich in die Klinik kommen soll. Einen Krankenwagen will ich nicht rufen, denn die Vorstellung während der Fahrt liegen zu müssen erscheint mir unerträglich. Einige Bekannte haben mir schon angeboten mich zu fahren, aber die ersten beiden, die ich anrufe heben nicht ab… zumindest nicht in der Zeit, die ich zwischen zwei Wehen zur Verfügung habe. Die dritte (und letzte) auf meiner Liste hat gerade erst vor fünf Wochen ein Baby bekommen, aber ich rufe sie trotzdem an und Gott sei Dank hat sie gerade gestillt, ihr Mann ist zu Hause und sie springt sofort ins Auto. Seit Beginn der Wehen ist gerade einmal eine gute halbe Stunde vergangen. Ich bin froh, dass jetzt wenigstens jemand kommt. Während ich warte, packe ich häppchenweise die letzten Sachen in meine Kliniktasche und es wird immer unerträglicher. Ich muss unendlich dringend auf die Toilette, kann mich aber nicht dazu durchringen mich hinzusetzen, weil es nur auf Knien einigermaßen auszuhalten ist. Die letzten Wehen zu Hause sind wahnsinnig heftig und ich habe schon heftigen Pressdrang, sodass ich (sorry!!) ein bisschen Stuhl in meine Hose verliere. Kaum habe ich mich umgezogen, steht auch schon meine Freundin vor der Tür und wir können los. Zum Glück sind es nur wenige Minuten bis in die Klinik und irgendwie überstehe ich auch die drei Wehen, die in der Zeit zum Glück ohne Pressdrang auskommen… Vor der Klinik angekommen, stellen wir uns direkt vor den Eingang und versuchen in Richtung Kreißsaal zu laufen. Die Rollstühle im Eingangsbereich lassen wir stehen, ich will nicht mehr sitzen, doch schon wenige Meter dahinter überrollt mich die nächste Welle. Da ich nicht stehen kann knie ich mich vor den nächstgelegenen Sessel und veratme die Wehe. Das zieht natürlich einige Blicke auf uns und sofort ist ein Ehepaar zur Stelle, das mit so Ratschlägen wie „Setzen Sie sich doch erst einmal hin!“ und „Gleich kommt jemand, der Ihnen hilft“ versucht mich zu beruhigen. Meine Freundin erklärt die Situation und die Dame an der Rezeption ruft im Kreißsaal an. Zwischen den Wehen setzen wir unseren Weg fort und am Ende des Empfangsbereiches kommt mir dann auch schon eine Hebamme – übrigens die gleiche, die auch die Geburt des Prinzen begleitet hat – entgegen und begleitet uns dann mit einem erstaunlich bequemen Stuhl nach oben in den Kreißsaal. Ich bin unendlich dankbar, dass mich niemand fragt in welchen der drei Kreißsäle ich gehen möchte (Diese Frage hatte mich tatsächlich im Vorfeld länger beschäftigt. Der Kreißsaal, in dem der Prinz geboren ist, ist eigentlich der schönste, aber während der Besichtigung im Rahmen des Vorbereitungskurses hatte ich direkt wieder Kreislaufprobleme und ein beklemmendes Gefühl, so dass ich den eigentlich nicht wieder wollte, doch die anderen beiden sind eben leider nicht so schön.) und es ist dann auch ziemlich egal. Am Ende also die gleiche Hebamme im gleichen Kreißsaal wie bei der ersten Geburt…
Im Kreißsaal soll ich mich auf das Kreißbett legen, damit die Hebamme mich untersuchen kann. Die Untersuchung dauert gefühlt ewig und ich befürchte schon, dass sie gleich so etwas sagt wie „Schön, wir sind schon bei zwei Zentimeter…“, aber nein, sie sagt: „Du bist vollständig eröffnet. Du kannst nach Gefühl mitschieben.“ Im Liegen halte ich es nicht aus und knie mich auf das Bett, gestützt auf das hochgestellte Rückenteil. Und dann geht alles recht schnell. Ich tue genau was mein Körper mir sagt. Es ist anstrengend, aber es tut gut etwas tun zu können, endlich aktiv arbeiten zu können und zu merken wie es voran geht. Es ist ein unglaubliches Gefühl zu merken wie meine kleine Maus immer tiefer rutscht. Eine knappe halbe Stunde später ist der Kopf geboren und ich spüre genau wie sie sich dreht, um in der nächsten Wehe dann vollständig und mit einem lauten Schrei aus mir herauszugleiten. Ich nehme sie selbst hoch und lege sie auf meine Brust. Sie schaut mich mit großen Augen an und ich kann nicht so richtig glauben, dass sie jetzt tatsächlich schon da ist. So einfach, so unspektakulär. Genauso wie ich es mir gewünscht habe. Hatte ich bei der Geburt des Prinzen noch das Gefühl durch die PDA gar nicht aktiv beteiligt gewesen zu sein, so hat mein Körper diese Geburt ganz allein gemeistert.
Meine Freundin informiert noch schnell den Mann, der gerade auf dem Weg in den Kindergarten ist und verabschiedet sich dann, um zu ihrem eigenen Baby nach Hause zu fahren. Die Plazenta kommt ganz unproblematisch einige Minuten später, ich schneide die Nabelschnur durch und nebenbei kuscheln wir. Im Anschluss werden meine leichten Geburtsverletzungen noch versorgt und dann werden wir endlich in Ruhe gelassen. Die Kleine nuckelt direkt ein bisschen an meiner Brust und hinterlässt auch direkt etwas Mekonium auf meinem Bauch. Ich bin ganz verzaubert und kann meine Augen gar nicht von meinem Mädchen lassen… es ist toll, dass wir diese ersten Minuten nur zu zweit genießen können.  Irgendwann trudelt meine Schwester dann auch ein und so kann ich nach einer Stunde Kuschelzeit duschen gehen, während die Hebamme sich um die U1 kümmert.
Wir werden auf die Wöchnerinnenstation verlegt und warten dort auf den Papa und den großen Bruder. Der Prinz tastet sich nur ganz langsam an seine kleine Schwester heran. Er wirkt ein bisschen überfordert und würde das Baby lieber hier im Krankenhaus lassen. Als wir gegen fünf nach Hause fahren, hat er sie immerhin schon einmal vorsichtig gestreichelt… ganz gemütlich wollen wir zu Hause in den neuen Alltag starten.

Nachtrag: Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich nicht am Vorabend in die Klinik gefahren bin… wahrscheinlich hat sich da mein Muttermund bereits geöffnet und wer weiß wie es dort mit einem „Geburtsstillstand“ ausgegangen wäre…

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(K)eine Überraschung

Hallo ihr Lieben,

die meisten haben aus der erneuten Blogpause wahrscheinlich schon den richtigen Schluss gezogen: Vor knapp zwei Wochen ist unsere kleine Maus in meine Hände geschlüpft. Nachdem ich ja schon etwas ungeduldig war, ging am Ende doch alles ganz schnell… für mich sogar etwas zu schnell, nur ganz knapp haben wir es noch in den Kreißsaal geschafft. Ein ausführlicherer Geburtsbericht ist in Arbeit (schon um meiner beginnenden Stilldemenz zuvorzukommen) und kommt in den nächsten Tagen.

Seitdem wird hier gekuschelt und gestillt, gestreichelt und dem Baby beim Schlafen zugeschaut… Der Prinz kämpft noch mit seiner neuen Rolle als Nicht-mehr-Einzelkind… auch davon berichte ich gern, wenn sich die Wogen etwas geglättet haben. Unsere Zaubermaus ist von den Verzweiflungsausbrüchen des großen Bruders zum Glück (noch) völlig unbeeindruckt und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Liebe Grüße aus dem Wochenbett

Eure Frau Pe

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