Allgemein, Mamasein

Zwei!

Mein Prinz ist jetzt schon zwei. Und er erzählt es auch jedem, ob er fragt oder nicht… und bei mir geht es wieder los! Ich bin schon ganz emotionsduselig – die Schwangerschaftshormone legen auch noch eine kräftige Schippe drauf –  und denke zurück. Schon gestern Abend wanderten meine Gedanken zurück an den Vorabend der Geburt. Wie wir hier auf dem Sofa saßen und „tatsächlich Liebe“ geschaut haben und dabei gerätselt haben, ob die rätselhafte Flüssigkeit in meiner Unterhose Fruchtwasser oder doch etwas anderes. Kurz habe ich darüber nachgedacht meinen Mann kurz vor Mitternacht aus dem Schlaf zu reißen, wie ich es vor genau zwei Jahren auch getan habe.

Beim Kuscheln im Bett habe ich dem Prinzen erzählt, dass er vor zwei Jahren noch in meinem Bauch war – da wo das Baby jetzt ist – und wie wir uns gefreut haben, als er dann endlich rauskam. Seinen Kommentar „Du rausgehüpft“ habe ich dann einfach mal so stehenlassen. Ich kann es immer noch nicht fassen wie unglaublich „erwachsen“ dieses kleine, zerknautschte und hilflose Bündel Mensch geworden ist. Er ist eine richtige kleine Persönlichkeit. Er weiß was er will und was er nicht will… Hosen ohne ein einziges Auto zum Beispiel. Er ist meistens mutig und neugierig, manchmal schüchtern und verkuschelt. Er ist manchmal sprunghaft und dann wieder hochkonzentriert und ausdauernd. Er kommt auf die lustigsten Ideen und bringt uns ständig zum Lachen. Er bringt uns auf die Palme mit seinen Wutanfällen und spontanen Meinungswechseln. Ihm an einem normal gedeckten Frühstückstisch ein Brot zu schmieren gleicht manchmal einem Spaziergang über ein Minenfeld.. Schon die Frage „Butter oder nicht?“ und dann die Auswahl des Belags kann eine Weile dauern. Richtig schwierig ist dann die Frage nach der Darreichungsform. In Stückchen geschnitten zum Aufpieksen mit der Gabel, in Streifen oder doch zusammengeklappt? Ein Fehler hier kann den ganzen Vormittag versauen…

Doch normalerweise ist mein Prinz wirklich kein schwieriges Kind, er versucht fast immer zu kooperieren… so sehr, dass ich mir manchmal schon Gedanken mache. Meistens befolgt er Bitten, die man an ihn richtet… Selten sofort, aber am Ende tut er es dann doch, auch ohne dass man die Bitte mehrfach wiederholen muss. Wenn er im Supermarkt seine Lieblingskekse entdeckt, dann holt er sie zwar meist auch gegen meinen Wunsch aus dem Regal und legt er sie in den Einkaufswagen, aber wenn ich ihm ankündige, dass ich sie nicht kaufen werde, dann räumt er sie auch wieder ins Regal zurück… sogar an die richtige Stelle. Dieses Spiel können wir auch ohne Wutanfall sicher drei- oder viermal spielen und es scheint ihn noch nicht einmal groß zu stören. Irgendwann muss ich dann natürlich den Einkauf möglichst schnell zum Ende bringen oder wir riskieren doch einen Streit, aber meistens ist es echt problemlos.

Ich freue mich darauf zu erleben wie mein großer Junge die Welt entdeckt, wie er sich weiterentwickelt, wie er Freunde findet, Konflikte löst und hoffentlich immer einen Grund zum Lachen findet.

Ich hol mir jetzt mal ein frisches Taschentuch und dann backe ich Eierkuchen für den Kindergeburtstag nachher.

Liebe Grüße

Eure stolze Großkindmama Frau Pe

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Allgemein, Schwanger!

SSW 25: Alles gut… oder nicht?

Entwarnung! Erleichterung! Alles gut! Die Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt am Montag war vollkommen unauffällig. Keine Wehen, Muttermund fest und verschlossen, Gebärmutterhals ist fast wieder auf seiner Ursprungslänge und der Trichter ist nur noch minimal erkennbar. Fazit des Arztes war dann am Ende: „Ich sehe da kein Risiko!“ Der nächste Termin ist erst ganz regulär in vier Wochen, also scheint der Doc tatsächlich keinen weiteren Kontrollbedarf zu sehen. Ich muss gestehen, dass es mir seit dem Termin emotional wieder deutlich besser geht… und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr stört mich das. Warum ist mein emotionales Gleichgewicht so vom Urteil dieses Arztes abhängig? Warum kann ich meinem Gefühl, dass eigentlich alles in Ordnung ist nicht vertrauen? Warum kann ich nicht entspannt sein? Ich merke doch, dass bei großer Anstrengung mein Bauch vermehrt hart wird und ich den Eindruck habe eine Pause zu brauchen. Warum brauche ich einen Arzt, der mir sagt, dass es meinem Kind gut geht, wenn ich doch merke, dass es sich kräftig bewegt? Ich möchte wieder lernen meinem Körper zu vertrauen. Die Signale, die ich bekomme Ernst nehmen und darüber hinaus Ruhe bewahren und vertrauen. Vertrauen soll das Wort der Woche werden. Oder noch besser:

Vertrauen soll mein neues Lebensmotto werden: Vertrauen in mein Gefühl, in meinen Körper und nicht zuletzt in die Gnade Gottes. Ich will wieder „guter Hoffnung“ werden und gespannt darauf warten was er noch für mich und uns bereithält.

Ich wünsche euch eine tolle Woche

Liebe Grüße

Eure Frau Pe

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Allgemein, Schwanger!

SSW 24: Genervt!

Viele Wochen lang habe ich euch immer wieder erzählt, dass diese zweite Schwangerschaft irgendwie nur nebenher läuft… heute nun hat sich die kleine Prinzessin massiv in den Vordergrund gespielt. Nach dem Outing vor über fünf Wochen hatte ich gestern mal wieder einen Frauenarzttermin. Ich bin fest davon ausgegangen nach der Glukoselösung und dem Blutabnehmen für den Zuckertest den schlimmste Teil schon überstanden zu haben, doch es kam anders. Die Ultraschalluntersuchung startete sehr vielversprechend: Baby ist gut gewachsen, Durchblutung super (die war ja immer ein bisschen kritisch), Baby bewegt sich sehr aktiv… aber der Blick auf den Gebärmutterhals zeigt eine deutliche Verkürzung und eine Trichterbildung. Da meine Mama in allen vier Schwangerschaften mehrere Monate liegen musste (keine Ahnung wie sie das hinbekommen hat…), hatte ich natürlich sofort ein Bild vor Augen und ahnte worauf das hinauslaufen kann.

Mein Arzt ist nun kein zum Glück Panikmacher. Noch ist die Länge mit 3,7cm absolut ausreichend, aber anhand des Trichters kann er eben sehen, dass der GMH mal fast einen Zentimeter länger war. Die Empfehlung lautet jetzt also ganz klar: So viel wie möglich liegen (lustige Idee mit einem liebesbedürftigen Kleinkind mitten in der Eingewöhnung), Magnesium, keine körperliche Anstrengung… und nächste Woche Termin zur Kontrolle. Wenn der GMH sich nicht weiter verkürzt und sich vielleicht sogar der Trichter zurückbildet, dann können wir damit locker noch viele Wochen schwanger sein. Wenn aber doch??

Wer mich kennt, der weiß, dass mich das vor allem emotional stark mitnimmt. Mein Kopf fängt an zu arbeiten und die Gedanken fahren Achterbahn. Ich habe Horrorvisionen von Extremfrühchen, habe Angst um meine kleine Maus, habe Angst dem Prinzen nicht gerecht zu werden (der jetzt im Kindergarten auch noch seinen ersten Durchhänger hat und lieber zu Hause bleiben möchte)… und neben all den Ängsten bin ich einfach genervt von all den geplatzten Plänen. Ich habe mich so darauf gefreut die Zeiten in denen der Prinz im Kindergarten ist für de Vorbereitungen für das Baby zu nutzen, zu räumen, zu sortieren. Ich wollte noch ein Mädelswochenende mit einer Freundin an der See genießen. Ich wollte wieder mehr nähen… All das rückt gerade in weite Ferne. Und ich habe keine Ahnung wie wir es organisatorisch stemmen sollten, wenn es auf strenge Bettruhe oder sogar eine Einweisung ins Krankenhaus hinausläuft. Zwischen Angst und Frustration habe ich die halbe Nacht wachgelegen… nur die kleine Maus hat mir Gesellschaft geleistet, die Männer haben friedlich geschlummert. Die ständigen Übungswehen haben mich natürlich auch nicht optimistischer gestimmt.

Gegen vier Uhr heute Morgen bin ich endlich eingeschlafen und dann etwas wohlgemuter aufgewacht. Noch lohnt es sich nicht in Panik zu verfallen, wir müssen abwarten wie sich das entwickelt. Ich werde also meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und mich in Geduld üben. Am Montag ist der Kontrolltermin bei meinem Frauenarzt und danach müssen wir weitersehen.

Liebe Grüße vom Sofa

Eure Frau Pe

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Allgemein, Mamasein, Schwanger!

SSW 23: Ein Kindergartenkind

Mein Kind überrascht mich immer wieder. In der letzten Woche haben wir mit der Eingewöhnung im Kindergarten begonnen. Mann, ich war unglaublich nervös. In der Nacht zum Mittwoch –  unserem ersten Tag – konnte ich kaum schlafen. Meine Gedanken kreisten um Fragen zu Bindung, Berliner Eingewöhnungsmodell und Pipiansagen. Die Leiterin hatte bisher keine genauen Angaben gemacht wie die Eingewöhnung genau ablaufen soll, aber das Berliner Modell tauchte auf jeden Fall irgendwie auf. Ihre Aussage war nur: „Wir machen das ganz individuell je nach Kind!“ Am Morgen bin ich aufgewacht mit dem Gedanken, dass ich mir irgendwie bei meinem eigenwilligen Prinzen nicht vorstellen kann, dass eine langsame Trennung nach dem Berliner Modell die funktioniert. In meinem Kopf spukte der Gedanke, dass es viel passender wäre, wenn ich für ihn klar trenne, dass im Kindergarten nur Kinder spielen dürfen und Mamas nicht. Ich habe den Gedanken schnell verworfen, weil ich dachte, dass man das halt so nicht macht.

Am ersten Tag sollten wir zur Frühstückszeit kommen und er hat auch gleich begeistert mitgemacht und sich an den Tisch gesetzt. Gegessen hat er natürlich nicht so viel, dazu waren wohl zu viele Dinge zu beobachten und zu entdecken. Nach dem Frühstück hat er sich dann gleich etwas zum Spielen gesucht und ich habe noch ein paar Dinge verräumt… Ich war vielleicht zwei Minuten weg, doch als ich wiederkam war das Kind verschwunden. Da alle Türen zu waren, konnte er ja nun nicht wirklich weg sein, aber alle Erzieher und ich haben uns natürlich  trotzdem sofort auf die Suche begeben… nach einer Weile haben wir ihn dann auch gefunden… in einem ganz anderen Gruppenzimmer ins Spiel an einem großen Duplohaus vertieft. Er schien sich also schon mal sicher zu fühlen. Nachdem sich der erste Trubel dann gelegt hatte, alle Kinder irgendwie ins Spiel gefunden hatten, fragte ich die Leiterin dann, ob ich den Raum schon mal verlassen sollte und sie meinte, dass sie mir das auch gerade vorschlagen wollte. Ich sollte also nach Hause fahren und sie melden sich, wenn ich gebraucht werde… Ich war ein bisschen baff, aber eigentlich war das ja genau das was ich mir auch schon überlegt hatte. Im Endeffekt habe ich ihn dann also halb zwölf wieder abgeholt und alles war in bester Ordnung. Er hat wohl die ganze Zeit gespielt und hat auch Pipi angesagt. Wow!

Seitdem machen wir das so und alle meine Sorgen waren zunächst also unbegründet. Natürlich heißt das nicht, dass das jetzt genau so unkompliziert weiter geht, aber der Anfang ist schon mal sehr ermutigend. Seine Augen fangen an zu strahlen, wenn er vom Kindergarten erzählt – besonders die große Brio-Bahn hat es ihm angetan – oder ich ihm sage, dass wir morgen wieder in den Kindergarten gehen.

Mal wieder zeigt sich, dass ich aufhören sollte mir so viele Gedanken im Vorfeld zu machen. Ich sollte wohl anfangen meinem Kind und meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Jetzt hoffe ich nur noch, dass er morgen wieder ganz fit ist und dann geht schauen wir mal wie es weiter geht.

Ich wünsche euch eine gute Woche

Alles Liebe

Frau Pe

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