Allgemein, Mamasein

Ein halber BüDo: babySignal

In den letzten Wochen habe ich mehrfach zum Thema Kommunikation mit meinem Kind gebloggt. Neben dem Sprechen kommunizieren wir teilweise auch über Gebärden. Nachdem ich Wiebke Gericke im Februar von babysignal.de persönlich kennengelernt habe, fing ich an sporadisch Gebärden zur Kommunikation mit dem Prinzen einzusetzen. Ich habe da wirklich keine große Anstrengung rein investiert, sondern nur von Zeit zu Zeit einzelne Gebärden verwendet und der Prinz ist sofort darauf angesprungen und hat einige der Gebärden übernommen. Inzwischen benutzt er die Gebärden für „essen“, „nochmal“, „Arbeit“, „Schmetterling“ und „Pferd“ regelmäßig von sich aus. Und die Gebärden für „Kacka“ und „Windel“ macht er nach, wenn ich sie ihm zeige. Zwischendurch gab es noch ein paar mehr Gebärden, aber die haben sich irgendwie wieder verloren, weil sich nicht mehr nützlich waren oder weil er inzwischen die Worte dafür kennt, wie z.B. „An“ und „Aus“. Natürlich gibt es noch viel mehr Gesten und Zeichen, die er zur Unterstreichung seiner Kommunikation verwendet, z.B. Arme heben für „bitte heb mich hoch“, Zeigefinger und Daumen berühren sich, wie eine Scherenhand für „Krebs“, aber das sind keine Gebärden, die ich ihm gezeigt habe, sondern Gesten, die sich mit der Zeit entwickelt haben. Besonders die Gebärden für „essen“ und „nochmal“ sind im Alltag für uns sehr praktisch. So kann mir der Prinz sagen, wenn er Hunger hat, ein Lied noch einmal singen oder nochmal durchgekitzelt werden möchte.

Die Grundidee von BabySignal ist die, dass Kinder schon lange bevor sie „technisch“ in der Lage sind zu sprechen, sehr viel verstehen und mit ihrem Händen und mit Gebärden sehr wohl in der Lage sind auch aktiv zu kommunizieren. Und auch für ältere Kinder, die schon ein bisschen sprechen können, sind mit Hilfe von Gebärden in der Lage Worte zu „sagen“, die schwierig auszusprechen sind. Schmetterling ist ein gutes Beispiel dafür. Das Wort ist schwierig, aber die Gebärde ist leicht nachzumachen. Das Besondere an der BabySignal-Methode ist, dass keine speziellen „Babygebärden“ verwendet werden, sondern die offiziellen Gebärden der deutschen Gebärdensprache, d.h. ganz nebenbei bekomme ich die Chance mit Gehörlosen kommunizieren zu können.

Leider konnte ich logistisch an keinem der BabySignal-Kurse teilnehmen, aber mit Hilfe des Buches „babySignal – Mit den Händen sprechen“ konnte ich trotzdem problemlos starten. Im ersten Teil des Buches gibt Wiebke einen Überblick über die Theorie, also woher kommt das „babysigning“ und wie starte ich am besten? Im Alltag besonders praktisch ist aber der große Praxisteil, in dem nach Alter und Themen sortiert viele Gebärden gezeigt und vorgestellt werden. Gemischt mit Erfahrungsberichten und Praxistipps (Wie zeige ich Gebärden während wir ein Bilderbuch anschauen?) ist es das Standartwerk zum Start mit Gebärden.

Hat von euch jemand das auch ausprobiert? Wie waren eure Erfahrungen?

Liebe Grüße

Eure Frau Pe

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Allgemein, Mamasein

Das große Rätselraten

oder „Was ist der Unterschied zwischen einem Roller und einer Schaufel?“

Der Prinz lernt massiv sprechen. Fast jeden Tag kommt irgendetwas neues hinzu… ein Wort, eine Geste oder ein Tierlaut. Das begeistert mich unglaublich.

Manchmal jedoch ist das Verstehen nur im Kontext möglich. So sind eben beispielsweise die Worte für „Roller/Laufrad“, „Schaufel“ und „Aua“ für mich praktisch nicht unterscheidbar (Ich hoffe ganz stark, dass er weder Schaufeln noch Roller mit Schmerz verknüpft, aber ich denke nicht…). Aus seiner Gestik oder eben auch aus der Situation wird dann meistens schnell klar was gemeint ist. So klappt die Kommunikation zwischen uns schon wirklich gut… für Außenstehende bin ich dann noch manchmal der Dolmetscher.

Manchmal ist es nicht so einfach, besonders wenn die ähnlich klingenden Wörter zur selben Situation gehören. Bei uns ist das bei seinen geliebten „Eiern“ und „alle/leer“ (witzigerweise zeigt er nachdem er zum Beispiel gesagt hat, dass sein Teller leer ist jetzt immer auf seinen Mund -die Gebärde für „Essen“… den Zusammenhang hat er also schon mal verstanden.). Ich muss jetzt also immer versuchen zu erraten, ob er sich gerade Eier wünscht oder mir nur allgemein sagen möchte, dass mein oder sein Teller leer ist. Auf jeden Fall werde ich mit einem breiten Lächeln belohnt, wenn ich richtig geraten habe.

Ich liebe es mit meinem „großen“ Baby zu kommunizieren. Ich liebe es, wenn er strahlt, weil er merkt, dass er verstanden wird. Ich liebe es seinen Weg begleiten zu dürfen.

Ich kuschel mich jetzt zu meinem Baby (es ist soo toll in ein vorgewärmtes Bett zu kriechen *g*)

Liebe Grüße

Frau Pe

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Allgemein, BüDo

BüDo ist zurück mit „Babyjahre“

Ich will wieder mehr lesen. Und darum habe ich beschlossen dem BüDo (für alle Neuen: Das ist der BücherDonnerstag) neues Leben einzuhauchen. Der Plan ist es euch mindestens alle zwei Wochen ein neues Buch vorzustellen, dass ich gelesen habe. Außerdem plane ich eine Reihe mit (mindestens) drei Büchern zum Thema „Geburt“. Ich bin zwar noch nicht wieder schwanger, aber habe trotzdem das Gefühl mich dem Thema noch einmal widmen zu wollen, doch dazu später mehr… Jetzt zu einem meiner Dauerbrenner-Lieblingsbücher, wenn es um den Prinzen geht: Babyjahre* von Remo H. Lago. Das ist eins dieser Bücher, bei dem man das Gefühl hat nicht daran vorbei zu kommen, sobald man ein Kind hat. Eine ganze Weile habe ich mich darum ein bisschen aus Protest geweigert es zu lesen. Am Ende habe ich es doch getan und bin sehr froh darüber.

Jede Mama wacht ja irgendwie mit Argusaugen über die körperliche und geistige Entwicklung ihres Kindes. Die eine mehr und die andere weniger. Ich halte mich in der Beziehung eher für relativ entspannt, aber von Zeit zu Zeit erwische ich mich doch auch mal bei dem Gedanken „Ist das so normal? Sollte er nicht schon…“ Vielleicht kennt die eine oder andere von euch diese Gedanken auch. Natürlich weiß ich, dass jedes Kind anders ist. Ich weiß, dass sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo entwickelt und das „Gras auch nicht schneller wächst, wenn man daran zieht“. Für gelegentliche kleine Panikattacken hilft mir meistens dann doch ein Blick in die „Babyjahre“. Ich habe vor wahrscheinlich einem Jahr das Buch mal im ganzen gelesen und fand es schon super, um einen Überblick über die Abläufe der kindlichen Entwicklung zu bekommen. Das ist so spannend zu lesen wie nach und nach immer mehr Fähigkeiten und Fertigkeiten dazukommen und sich der Radius immer mehr erweitert. Viele der Themen, die Eltern so beschäftigen, werden detailliert besprochen Schlafen, Spielen, motorische Entwicklung, sprachliche Entwicklung, Ernährung etc. Jeweils nach Altersschritten eingeteilt, werden die wesentlichen Schritte und Meilensteine beschrieben und durch Schaubilder und Statistiken illustriert. Haupttenor des Buches ist auf jeden Fall: „Jedes Kind ist anders!“ und immer wieder wird die unglaublich große Bandbreite der „normalen“ Entwicklung aufgespannt. Es ist nämlich nicht so, dass alle Kinder mit einem Jahr Laufen und mit zwei Jahren Sprechen können… da gibt es noch so viel mehr.

Inzwischen verwende ich das Buch eher wie ein Nachschlagewerk. Wenn ich mich zum Beispiel frage, ob der Prinz nicht ein bisschen mehr sprechen können müsste, dann schaue ich mir das Kapitel über die sprachliche Entwicklung, 10-24 Monate an und finde da unter anderem ein Schaubild, dass mir sagt, dass weniger als 50% der Jungs mit 18 Monaten mehr als drei Worte (außer Mama und Papa) sprechen können, der Prinz also vollkommen im Normalbereich liegt. Als Mathematikerin liegen mir die blanken Zahlen und Statistiken natürlich. Vielleicht helfen anderen eher die erklärenden Texte, doch mich beruhigen solche Statistiken irgendwie… Natürlich wäre es auch in Ordnung, wenn 80% der Kinder das schon könnten und er noch nicht drei Worte sprechen könnte. Ich würde ihn nicht weniger liebhaben oder schätzen und doch beruhigt es mich irgendwie, dass das schon mal kein Thema ist um das ich mir Gedanken machen muss. Versteht ihr was ich meine?

Auf jeden Fall kann ich dieses Buch wirklich empfehlen für alle, die die ganze Bandbreite des „Normalen“ kennenlernen und sich für die Abläufe in der kindlichen Entwicklung in den ersten beiden Lebensjahren interessieren. Neben all den Fakten fehlt mir persönlich das Thema „Bindung“ und der bedürfnisorientierte Ansatz, doch das war sicherlich auch nicht das Ziel des Buches.

*Übrigens: Ich will ganz offen sein. Wenn ihr auf einen der Buchtitel klickt, dann landet ihr auf Amazon.de und könnt euch dort das Buch direkt anschauen oder noch mehr Rezensionen dazu lesen. Und wenn ihr darüber das Buch tatsächlich kauft, dann bekomme ich eine kleine Provision. Davon kann ich mir dann weitere Bücher kaufen und neue Rezensionen schreiben und neue Links einbauen… The Circle of Life *sing*

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Allgemein, Pusteblumen

Erinnerungen

Was für ein Wochenende… vier Tage voller Sonnenschein, Grillen mit Freunden, Erdbeerkuchen zum Muttertag, Löwenzahn und vielen Tieren auf dem Ponyhof. Außerdem gab es sehr viel Papazeit für den kleinen Prinzen und damit auch für die Mama genug Zeit, um einige notwendige Punkte von der ToDo-Liste abzuarbeiten. Ein wirklich sehr befriedigendes Gefühl. Solche Wochenenden sind es, die ich in Erinnerung behalten möchte. Daran möchte ich mich festhalten, wenn ich mal wieder das Gefühl habe gar nichts auf die Reihe zu bekommen und in einem dunklen Labyrinth aus immer gleichen nervigen Tagen festzustecken.

Außerdem habe ich heute auf der Suche nach meiner Hochzeitserinnerungskiste mein Schwangerschaftstagebuch wieder in die Finger bekommen und darin gelesen… Das war so schön, dass mir fast die Tränen gekommen sind. All die Gefühle, die Vorfreude, die Planungen und auch die Ängste. Das war wirklich eine emotionale Zeit… und es bestärkt mich darin solche Erinnerungen schriftlich festzuhalten. Der Mann belächelt mich manchmal für meine verschiedenen Tagebücher und den Aufwand, den ich damit betreibe, aber mir tut es gut mich daran zu erinnern und meine eigenen Gefühle noch einmal Revue passieren zu lassen.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine Woche, die ihr gern in Erinnerung behaltet.

Alles Liebe

Frau Pe

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Allgemein, Mamasein

Der Gagger und das Bah

Ich finde es unglaublich die Entwicklung des Prinzen zu beobachten. Zu erleben wie seine Gedankenwelt funktioniert. Die Verknüpfungen in seinem kleinen Kopf sind manchmal zu komisch. Besonders seit die ersten verständlichen Worte kommen bekommen wir nun immer öfter einen Einblick in diese ganz eigene Welt. Ich wusste schon von Erfahrungen mit anderen Kindern, die ich betreut habe, dass ich genau diese Phase unglaublich liebe. Ich liebe es das Strahlen in den Augen meines Kindes zu sehen, wenn er bemerkt, dass ich ihn verstehe. Sprechen lernen ist unglaublich komplex und vielschichtig und jeden Tag entdecke ich etwas Neues. Ich finde es faszinierend, dass der Prinz so seine Lieblingswörter hat, dass er diese Wörter, nachdem er sie einmal gelernt hat, quasi in Endlosschleife wiederholen kann. Zu Ostern war sein Lieblingswort ganz klar „Eier“. Auch heute noch kommt es spontan zu kleinen „Eier“-Ausbrüchen, wenn er die Reste der Osterdekoration sieht (*hust* die sollte ich wohl endlich mal wegräumen) oder wir im Supermarkt an dem entsprechenden Regal vorbeigehen. Sein Highlightfrühstück ist wohl das am Sonntag, wenn es ein Frühstücksei gibt… dann strahlen seine Augen, wenn er die Eier aufschlagen und essen darf.

Im Moment hat er zwei Lieblingswörter: Der Gagger (Bagger) und das Bah (Schaf). Ich bin immer wieder erstaunt in welchen Situationen er diese Wörter anbringt. Natürlich, wenn wir einen Bagger irgendwo sehen, dann sagt er das. Nicht nur einmal, sondern die nächsten zwei Stunden in Dauerschleife. Letzte Woche haben wir beim Spaziergang mit der Räubertocher an einer Baustelle einen Bagger gesehen und seitdem ist das immer wenn wir mit ihr unterwegs sind Gesprächsthema Nummer eins. Ein Unbeteiligter würde den Zusammenhang natürlich nicht verstehen, doch für mich ist es klar und das Kind freut sich. Sein Lieblingstier ist aktuell das Schaf. Auch das wechselt in regelmäßigen Abständen… ganz am Anfang war es das Pferd, dann der Hund… mal sehen was noch kommt. Kurz nach Ostern hat er auch immer, wenn er Schokolade essen wollte vom Schaf gesprochen und ganz aufgeregt immer wieder „bah, bah“ gesagt… dazu muss man natürlich wissen, dass die Oma eine Menge Schokoladeneier in einem Körbchen mit einem Schaf drauf mitgebracht hatte… eh wir darauf gekommen waren…

Ich bin gespannt was die nächsten Lieblingswörter sein werden… ob wohl auch irgendwann „Mama“ dran ist?

Ich wünsche euch einen sonnigen Brückentag

Alles Liebe

Frau Pe

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