Mamasein

Geburtstagsgedanken

„Plötzlich ist da jemand, der die Welt auf den Kopf stellt, aber dann merkt man, dass sie so herum besser aussieht.“ (keine Ahnung von wem das ist… hab es auf Facebook gefunden)

Mein Baby ist kein Baby mehr… Schon seit einer Woche und immer noch kann ich nur staunen, wie unglaublich schnell dieses Jahr vergangen ist. Kann es sein, dass es schon so lange her ist, dass ich mich mit riesigem Babybauch auf den Babyflohmarkt geschleppt habe, um einen Schneeanzug in Größe 80 zu kaufen, weil ich Angst hatte, dass mein angekündigtes Riesenbaby im Winter erfrieren muss (der passt jetzt dann diesen Winter)? War es nicht erst gestern, dass ich mit vielen Fragezeichen im Kopf meine Kliniktasche gepackt habe und mich gefragt habe, ob das wirklich jetzt schon nötig ist in der 36. Schwangerschaftswoche (Gut, dass ich es da schon gemacht habe)? Ist es wirklich schon so lange her, dass ich den Mann aus dem Schlaf gerüttelt habe, um mit ihm ins Krankenhaus zu fahren?? Der Kalender beharrt auf seiner Meinung und behauptet standhaft, dass mein Gefühl mich trügt. All das ist schon soo lange her, gehört quasi zu einem anderen Leben.

Und dann ertappe ich mich bei dem Gedanken „Wo war eigentlich das Baby als…?“ bis mir einfällt, dass er da einfach noch nicht auf der Welt war… und auch das erscheint mir dann wieder unglaublich, denn gefühlt gehört unser Prinz schon immer zu uns. Ich kann mich kaum noch an die Zeit „davor“ erinnern, nur dumpf gibt es die Erinnerung an eine Zeit in der ich allein auf die Toilette gegangen bin und nachts durchgeschlafen habe. Eine Zeit, in der ich mir so sehr ein Baby gewünscht habe, dass es schon fast wehtat und doch keine Ahnung hatte was es bedeuten würde und, aber das sage ich nur ganz leise, das ist auch besser so, denn vielleicht hätte ich es dann nicht gemacht und hätte so unendlich viel verpasst. Das obige Zitat trifft es ziemlich genau auf den Kopf. Meine Welt wurde komplett auf den Kopf gestellt. Vieles (ja auch vieles was schön war und ich nun vermisse!!) ist dabei verloren gegangen, doch es ist auch so unendlich viel Neues in meine Welt gekommen. Eine Stärke, die ich nicht in mir vermutet hätte, eine Liebe, die ich vorher nie gefühlt habe, Gelassenheit in Situationen, die mich vorher schon in der Theorie an den Rand des Nervenzusammenbruchs geführt haben (der Nervenzusammenbruch bleibt jetzt oft auch nicht aus, aber er kommt erst später…). Ich habe viel gelernt, viel geweint und viel gelacht. Dieses Jahr war mit Abstand die anstrengendste, schönste und auch heilsamste Erfahrung meines Lebens und es geht weiter…

 P.S.: Ich arbeite gerade an einer kleinen Serie, in denen ich mir ein paar Gedanken mache zu all den „Learnings“ des vergangenen Jahres… ihr dürft also gespannt sein.

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Mamasein

Ausgebremst!

Nur noch wenige Tage, dann ist mein Baby kein Baby mehr. Für Sentimentalitäten bleibt keine Zeit, denn es ist viel zu tun. Meine Schwester war zu Besuch, da war natürlich anderes wichtiger, doch spätestens heute Mittag sollte es losgehen… Aufräumen, Fenster putzen, Kuchen planen und dann irgendwann backen, eine neue Sitzauflage für die Bank im Flur, Geschenke fertigstellen und verpacken… Die Liste ist lang und wird immer länger je mehr ich darüber nachdenke. 

Doch nun liege ich im Bett mit dir und beobachte deinen unruhigen Schlaf. Ob nun Zähne, Bauchweh, eine beginnende Erkältung oder ein Schubsprungwasauchimmer die Ursache für deine schlechte Laune und den schlechten Schlaf sind kann ich (noch) nicht sagen und es ist auch nicht so wichtig. Das Ergebnis ist immer das gleiche: Ich werde heute wahrscheinlich keine motivierenden Häkchen an meine ToDo-Liste setzen! Gestern auch schon nicht. Morgen? Wir werden sehen. Das frustriert mich. Macht mich wütend. Doch wenn du dich dann vertrauensvoll an mich kuschelst und nur mit deiner Hand in meiner Nase einschlafen kannst, dann weiß ich wieder was im Moment wichtig ist. Saubere Fenster sind es ganz sicher nicht!

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Allgemein

Wenn aus Bits und Bytes Freunde werden

Das Internet bekommt ja oft vorgeworfen unpersönlich zu sein und persönliche Kontakte zu verhindern… vielleicht ist das auch richtig so, doch ich habe nun schon das zweite Mal die wunderbare Erfahrung machen dürfen, dass aus Internetbekanntschaften tolle Freundschaften entstehen können (Liebe Grüße an dieser Stelle an Fuchsi und Naty aus meinem Hochzeitsforum… *winkewinke*).

Vor über einem Jahr (ich glaube im Juni 2014) war ich Mitglied in der pattydoo-Gruppe bei Facebook. Eine der Damen dort hatte dann die Idee für Ina von pattydoo eine Patchworkdecke zu nähen, als kleines Dankeschön für die tollen Anleitungen und Nähvideos. Damit es eine Überraschung wird haben wir dafür eine kleine private Gruppe gegründet. Es wurde fleißig geplant und genäht, doch schon bald geriet die Decke irgendwie zur Nebensache. Nicht, das wir nicht weiter daran gearbeitet hätten, sondern weil wir uns irgendwie auch „privat“ einfach unglaublich gut verstanden haben und uns immer näher kamen. Bald schon hatte ich das Gefühl „meine“ Mädels schon lange zu kennen.

Einen erster Höhepunkt für mich war dann unser erstes Hühnchentreffen im Frühjahr. Wir hatten ein tolles Wochenende gemeinsam. Haben gequatscht, genäht, gestrickt und Stoffe geshoppt. Natürlich haben wir auch die fertige Decke bestaunt. Es war toll und ich hoffe auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Gestern nun wurde die Patchworkdecke von zwei Hühnchen an Ina übergeben. Ich bin soo froh, dass das nun zum Abschluss gebracht ist und sich Ina über unser Geschenk gefreut hat.

Damit können wir uns nun wieder neuen Aufgaben zuwenden. Im Moment nähen wir gerade für jedes Hühnchen eine Patchworkdecke. Jede darf ihre Wünsche äußern und bekommt dann von jeder einen Block für ihre Decke. Das ganze Projekt wird bis 2017 dauern. Die ersten vier Monate sind schon um, das wird bestimmt so toll!. Außerdem wird es etwas Weihnachtswichtelei geben und das nächste Hühnchentreffen will ja auch geplant werden.

Diese Gruppe ist so liebevoll. Es gibt kein Gezicke wie in vielen anderen Gruppen, die ich kenne, sondern wir sind irgendwie alle nett. Für mich sind meine Hühner eine echte Inspiration und auch ein Ort um mal Frust abzulassen und Hilfe oder zumindest Trost und Mitleid zu bekommen. Ich kann stolz zeigen was ich gemacht habe und mich an den Talenten der anderen Hühner erfreuen. Wir sind so unterschiedlich und hätten uns ohne Internet nie gefunden. Das ist ein großes Geschenk! Mädels, ich habe euch lieb!

P.S.: Da das hier eigentlich kein Nähblog (mehr) sein soll, sondern ich mich hier wirklich auf andere Themen konzentrieren möchte habe ich mir vor kurzem eine kleine Seite bei Facebook eingerichtet für meine genähten und gehandarbeiteten Dinge. Schaut doch gern mal vorbei. Noch gibt es nicht sooo viel zu sehen, aber es wird…

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Pusteblumen

kurz gelacht!

Ich war heute in der Drogerie! Soweit so normal. Dort sind mir zwei Männer in businessmäßigen schwarzen Anzügen aufgefallen. Das hat mich schon gewundert, denn neben den üblichen Besuchern der Drogerie am Vormittag – Frauen mit Kinderwagen und Omis mit lila Haaren- wirkten die zwei doch ein bisschen fehl am Platz. Doch richtig skurril wurde es erst als die beiden mit glitzernder Regenbogenwellpappe an der Kasse standen. Ich würde zu gern wissen was die in ihrem Büro damit vorhaben…
In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start in die Woche. Nutzt jede Gelegenheit für ein Lächeln!
Alles Liebe
Frau Pe

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Mamasein

Urlaub… neu definiert

Zwei Wochen Urlaub liegen hinter uns. Glaubt man den Hochglanzbroschüren der großen Reiseveranstalter, dann war das die schönste Zeit des Jahres. Wir hatten natürlich keine All-inclusive-Luxusreise geplant, aber schön sollte es trotzdem werden. Ich habe mich so darauf gefreut und schon in den Wochen davor angefangen eine große, sehr lange Liste zu erstellen mit all den tollen Dingen, die ich tun und erledigen wollte. Endlich sollte mal wieder Zeit sein zum Lesen und Nähen, Sortieren und Putzen. Und unternehmen wollen wir auch noch einiges. Und es gab einige Themen, die der Mann und ich dringend mal in Ruhe diskutieren mussten… Schon ohne Kind ist mir – jetzt im Nachhinein – klar, dass das so nicht klappen kann… insbesondere wenn der Urlaub erholsam und entspannend sein soll. Und so kam es wie es kommen musste: Am dritten Tag unseres Urlaubs saß ich zur Mittagszeit heulend am Bett des Babys und war frustriert, am Ende meiner Nerven. Nichts hatte ich geschafft von meinen großen Plänen und das Baby wollte auch nicht schlafen. Den Mann habe ich angemotzt und die Stimmung war im Keller. Die schönste Zeit des Jahres??

Wieder einmal hat der Mann die Situation gerettet. Kurzerhand hat er das Baby geschnappt und ist mit ihm einkaufen gegangen… Schlafen kann der Prinz ja auch im Fahrradanhänger. Nachdem ich eine Weile deprimiert auf dem Bett gelegen habe, habe ich gebetet und beschlossen, dass Selbstmitleid keine Lösung ist. Schließlich geht es mir nicht schlecht. Das Problem liegt ja nicht beim Kind, beim Mann oder den schlechten Rahmenbedingungen, sondern nur bei mir und meinen hohen Ansprüchen und Vorstellungen. Es ist nun einmal eine Tatsache, dass sich Urlaub (genauso wie Feierabend und Wochenende) für mich in meiner aktuellen Situationen nicht sehr vom Alltag unterscheidet. Abgesehen von der Anwesenheit des Mannes bleibt eben alles beim Alten. Der Prinz will essen, schlafen, spielen und kuscheln. Er ist mal quengelig oder gut gelaunt. Natürlich übernimmt mein Mann einige Zeit das Baby, doch auch er hat Pläne für seinen wohlverdienten Urlaub. Das bedeutet, dass die „zusätzliche“ Zeit doch sehr begrenzt ist. Das klingt jetzt irgendwie bitter, doch diese einfache Tatsache anzuerkennen hat mir sehr geholfen.

Ich habe also die Zeit bis der Mann und der Prinz wieder nach Hause kamen gut genutzt und mir meine lange Liste vorgenommen. Ich habe sie radikal eingekürzt und neu sortiert. Aufgaben auf irgendwann oder nie verschoben, Prioritäten neu gesetzt. Am Ende habe ich es sogar noch geschafft mein Nähzimmer aufzuräumen bis meine Männer wiederkamen. Das hat so gut getan. Einfach mal einen Moment durchatmen und einen realistischen Plan machen. Keine hochtrabenden Träume, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, sondern direkt die ersten Häkchen setzen. Endlich konnte der Urlaub wirklich beginnen.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass das der schönste Urlaub aller Zeiten war oder ich morgen tiefenentspannt wieder in den Alltag starte, aber es war eine sehr schöne und besondere Zeit. Ich war das erste Mal seit der Geburt des Prinzen im Kino („Man lernt nie aus“ – sehr empfehlenswert), habe im Sonnenschein mit einer Kuscheldecke und einem Buch („Die Achse meiner Welt“ – fand ich jetzt nicht so toll) auf der Terrasse gesessen und habe allein eine Messe besucht. Der Mann hatte endlich auch mal Gelegenheit mehr Zeit mit dem Baby zu verbringen. Wir haben Freunde getroffen, Hochzeiten gefeiert und die Natur im Spätsommer genossen. Wir haben im Freien gegessen, gemeinsam gelacht und diskutiert.

Ich bin zutiefst dankbar für diese Zeit. Mit realistischen Erwartungen und nach einer tiefen ENTtäuschung war ich offen für das Geschenk eines wunderbaren Urlaubs.

Ich hoffe auch alle anderen Mamas (ob Neu oder schon Profis) und Nichtmamas konnten den Sommer genießen und auf die eine oder andere Weise Urlaub machen. Jetzt kann der Herbst kommen… ob ich schon einmal eine ToDo-Liste für die Adventszeit schreibe? Doch zunächst kommt noch der erste Prinzengeburtstag *aufregend*

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