Mamasein

Schlafenszeit!

Gestern habe ich bei Facebook einen schönen Spruch gelesen: „Ich kann mich einfach nicht entscheiden: Soll ich ein Nickerchen machen? Oder lieber weinen, weil ich so müde bin?“ Natürlich noch garniert mit einem süßen Baby… klar! Wenn mich jemand vor der Geburt des Prinzen gefragt was am schwierigsten mit einem Baby ist, dann hätte ich garantiert nicht „Einschlafen“ geantwortet. Aber genau das ist es! Und zwar im doppelten Sinne! Ich habe immer gut geschlafen (vielleicht würde meine Mama jetzt gern wiedersprechen, aber die liest glaube ich nicht mit… außerdem hat sie behauptet, ich hätte als Baby niemals geschrien). 14 Stunden Schlaf am Stück waren für mich kein Problem. Ich komme auch mal mit unter 8 Stunden aus, aber bitte nicht auf Dauer. Und wenn ich nicht gerade ein sehr schwerwiegendes Problem zu lösen habe, dann schlafe ich auch gut ein… Nein falsch… schlief ich gut ein. Denn seit ich schwanger war, liege ich abends stundenlang wach und grüble über die großen Entscheidungen der neuen Welt: Schnuller oder nicht? Stoffwindeln? Wenn ja, welche? Kinderzimmer? Babyschale? Geburt? All diese großen Fragen, die einem als Anfänger-Mama so im Kopf herumschwirren. Und seit der Prinz da ist, wird es nicht (oder nur langsam) besser. Was hat er da für einen Ausschlag am Arm? Isst er genug? Sollte er nicht schon krabbeln? Wie werde ich später wieder arbeiten können? Ist es schädlich mehrere Stunden am Stück „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen? Für mich oder den Prinzen?

Vielleicht hat das auch wieder hormonelle Vorbereitung auf die Zeit mit Baby. Denn auch der Prinz hat phasenweise große Probleme einzuschlafen. Lieber krabbelt er quengelnd durch das Bett oder reibt sich vor Müdigkeit die letzten Milchreste in die Augen… nur um dann lautstark zu protestieren, wenn ich versuche seine Augen zu säubern. Ich weiß ja, dass viele Babys Probleme haben allein einzuschlafen und das erwarte ich auch gar nicht. Seit seiner Geburt stille ich ihn in den Schlaf. Immer. Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen schläft er nur so ein. Klar, im Tuch oder in der Babyschale schläft er auch, aber ohne Bewegung geht es nur mit Nuckeln. Ich habe phasenweise 2,5 (in Worten zweieinhalb!!) Stunden gebraucht, bis er so tief geschlafen hat, dass ich den Raum verlassen konnte. Solange er noch nicht mobil war, war das für mich auch in Ordnung. Ich habe ihn in unserem Bett gestillt und ihn dann dort liegen lassen. Wenn er wieder aufgewacht ist, habe ich mich kurz wieder zu ihm gelegt und kurz gestillt und konnte wieder gehen. Seit er nun aber krabbeln gelernt hat, ging das so nicht mehr, denn er hatte sich angewöhnt sofort loszukrabbeln, sobald er aufgewacht ist… bevor er die Augen aufgemacht hat.

Da wir ja auch ein Gitterbettchen besitzen, sollte das nun auch mal genutzt werden. Also habe ich versucht den Kleinen in sein Bett zu legen, sobald er eingeschlafen ist. Das hat auch ein paar Tage lang ganz gut funktioniert. Wenn er doch wieder aufgewacht ist bei der Umlagerungsaktion, dann habe ich ihm etwas vorgesungen und seinen Kopf gestreichelt, bis er wieder eingeschlafen ist. Doch dann wurde es immer schwieriger. Immer wieder ist er aufgewacht und lies sich auch durch Singen und Streicheln nicht wieder beruhigen. An einigen Tagen haben wir fünf Runden des gleichen Spiels gespielt: In den Schlaf stillen, abwarten, in sein Bett umlegen (der Prinz wacht auf), Streicheln, Singen, den Prinzen wieder aus dem Bett holen… Immer wieder. Am Ende waren sowohl ich als auch der Prinz am Ende unserer Kräfte. Nachdem ich es dann endlich geschafft habe den Raum zu verlassen, bin ich völlig fertig ins Wohnzimmer zurückgekehrt und habe meinen Mann angemotzt, nur um dann nach spätestens einer dreiviertel Stunde wieder einen gequälten Schrei aus dem Babyphon zu hören. Meistens bin ich dann einfach mit ihm ins Bett gegangen… aus Verzweiflung!

Nach einigen Tagen dieses Kampfes habe ich beschlossen, dass es so nicht weiter gehen kann. Wenn der Prinz meine Nähe braucht, um einzuschlafen, dann will ich ihm die gern geben. Ich möchte, dass er das Schlafengehen nicht mit Kampf und Ärger in Verbindung bringt, sondern mit Geborgenheit und Gemütlichkeit. Also habe ich – mal wieder – lange wachgelegen und dann kam mir die Idee seine Matratze einfach aus dem Bett zu nehmen und auf den Boden zu legen. Und was soll ich sagen: Ein Durchbruch! Ich kann mich dort neben ihn auf den Boden legen, ihn in den Schlaf stillen und er kann danach einfach dort liegen bleiben. Manchmal kann ich jetzt schon nach zehn Minuten ins Wohnzimmer zurückkehren. Unglaublich erleichternd! Sollte er zwischendurch noch einmal aufwachen, kann ich mich einfach noch einmal zu ihm legen und wenn wir dann ins Bett gehen, dann nehmen wir ihn mit zu uns ins große Bett. Doch tatsächlich schläft er dort meistens so lang bis wir ins Schlafzimmer kommen. Aus irgendeinem Grund mochte er wohl das Gitterbett einfach nicht. Manchmal wacht er jetzt sogar kurz auf und schläft allein wieder ein. Das Bett auf dem Boden gefällt ihm wohl deutlich besser.

Das ist so toll! Wir haben weniger Stress, schlafen alle besser und ich habe wieder deutlich mehr Zeit an den Abenden. Wer hätte gedacht, dass das so einfach sein kann! Vielleicht oder sollte ich sagen höchstwahrscheinlich wird es auch wieder schlechtere Phasen geben, aber für den Moment ist diese Lösung für uns einfach perfekt und ich genieße das sehr!

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Neustart Reloaded

Hallo? Ist hier noch jemand? Lang ist es her, dass ich hier war. Doch jetzt soll es wieder losgehen, denn ich habe das Schreiben vermisst. 

Die letzten Monate waren aufregend und voller „erster Male“. Das erste Lachen. Die erste Fiebernacht. Der erste Schritt. Der erste Wutanfall. Das erste Gebrabbel. Die erste Bratwurst. Tränen der Freude haben sich abgewechselt mit Tränen der Wut und Verzweiflung. Die Zeit rast und doch scheint sie stillzustehen. Wir sind eine Familie. Wir gehören zusammen. Schon immer und doch ist das erst der Anfang.

Dieser Blog soll nun kein Tagebuch sein, sondern eine Möglichkeit mein überreiztes Gehirn etwas zu entlasten, euch an meinen wirren Gedanken teilhaben zu lassen und eure Meinungen und Erfahrungen zu hören. Thematisch wird es um alles Mögliche rund um Baby, Familie, vielleicht auch Ehe und Beziehungen gehen. 

Ich freue mich auf den Neustart und hoffe ihr seid dabei.

Bis sehr bald

Eure Frau Pe 

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