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Stillen

Hebamme Jana Friedrich mit dem (nebenbei gesagt tollen) Blog hebammenblog.de hat zur Stillwoche aufgerufen… Ich bin da ein bisschen knapp dran, denn die Woche endet heute, aber ich will trotzdem noch ein paar Worte dazu sagen: 

Hintergrund der meisten Beiträge ist die Diskussion zum Stillen in der Öffentlichkeit und dem ist wohl nicht viel hinzuzufügen. Ich stille in der Öffentlichkeit fast überall… Schließlich hat mein Prinz auch ständig Hunger. Ich stille also im Café, in der Straßenbahn, im Zug, in der Fußgängerzone, auf Parkbänken und in der Sofaabteilung bei IKEA. Wusstet ihr, dass es in manchen IKEAs sogar Stillräume gibt… Saugemütlich und ein wunderbarer Ort für eine kleine Pause. Aber ich schweife ab: die einzige Alternative wäre ein durchgetakteter Tagesablauf mit maximal einstündigen Unterbrechungen für den Einkauf oder einen Spaziergang… Damit ich auf jeden Fall wieder zu Hause bin bevor das Baby Hunger bekommt. Doch das will ich nicht. Ich will mir nicht alles verbieten lassen und genieße die kleinen spontanen Freiheiten, die ich mir erlauben kann, wenn ich auch in der Öffentlichkeit stille. Zugegebenermaßen habe ich mir das in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Geburt nicht zugetraut. Ich brauchte Sicherheit und das Selbstvertrauen, das es auch klappt. Mich hätten all die (gefühlten) Blicke der Menschen nervös gemacht, wenn das Baby nicht beim ersten Versuch richtig andockt oder wir mal wieder erst drei verschiedene Stillpositionen ausprobieren müssen bis es klappt. Und da sind wir schon mitten in meinem Thema. Wir sind noch nie angesprochen worden (außer bei um die 0 Grad an der Bushaltestelle… Was soll ich machen, wenn der Bus gleich kommt und der nächste erst in einer Stunde? Aber die Dame hatte kein Problem mit dem Stillen, sondern Angst das er erfriert… Gefroren hab natürlich nur ich). Sogar meine Oma findet Stillen im Café vollkommen in Ordnung. Ich kenne niemanden, der ein Problem damit hätte. Ich glaube mein einziges Problem bin bzw war ich selbst. Ich dachte, dass es die anderen stört. Ich hatte die Befürchtung man könnte zu viel sehen. Ich interpretiere viel mehr in die vermeintlichen Blicke der anderen hinein, als da wahrscheinlich ist. Und wenn jemand schaut, dann wahrscheinlich nur, weil er sich wundert warum ich so verkrampft in meiner Ecke sitze. Wahrscheinlich sollte ich aufhören mir den Kopf anderer Leute zu zerbrechen und das klappt inzwischen auch echt gut. Ich stille fast überall. Im Sitzen, liegen, stehen und gehen. Einige meiner Positionen sind gemütlich, einige würden wahrscheinlich alle mitlesenden Physiotherapeuten laut aufschreien lassen… Die sind dann aber tatsächlich auch nur für zu Hause.

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Mamasein

Dieser Moment…

… wenn du das Baby durch das Babyfon schreien hörst, das Schlafzimmer betrittst und mit dem zuckersüßesten Lächeln begrüßt wirst.

Bevor ich ein Baby hatte, war ich immer genervt von solchen Äußerungen hormonvernebelter Neu-Mamas… Naja, hier bin ich nun also.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag… mein Quengelkind schläft heute gut, MEIN Tag verspricht also gut zu werden…

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Wir sind nicht gesellschaftsfähig!

Essen gehen mit Baby ist schwierig. Wenn das Essen kommt, hat das Baby natürlich auch gerade Hunger und wenn der Prinz satt ist, kann Mama nur noch kalt essen… Ach nö, kalt essen kann ich auch zu Hause. Wir waren bisher nur einmal essen, beim Buffetchinesen unseres Vertrauens. Das ist super, da kann ich dann essen, wenn es passt und im Notfall essen der Mann und ich nacheinander. Bezeichnenderweise hat der Prinz dort fast die ganze Zeit geschlafen… Doch ich schweife ab. Zu Weihnachten haben wir von meinen Geschwistern eine Gutschein zum Frühstück bekommen und ich habe mich riesig gefreut, weil ich dachte, das ginge auch mit Baby sehr gut. Erstens hat das Baby am Morgen noch die beste Laune und außerdem ist das eben Buffet mit den obengenannten Vorteilen. Das Osterwochenende sollte der Rahmen für diese entspannte Familienaktivität werden. Doch die Realität sah dann leider anders aus: der Prinz war zwar ausgeschlafen, aber trotzdem nicht wirklich gut drauf. Das Lokal war voll und dementsprechend laut. Es gab so viel zu entdecken und zu erleben, dass man unmöglich auf der mitgebrachten Krabbeldecke liegen, geschweige denn an der Brust trinken konnte. Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Der Prinz quengelt, weil er Hunger hat, trinkt aber nicht weil es so viel zu sehen gibt. Das stillt aber den Hunger nicht, also wird weiter gequengelt… Den Rest könnt ihr euch denken. Irgendwann bin ich auf die Toilette (zu viel Hall) und am Ende ins Auto geflohen, damit das Kind nicht verhungert… Das hat dann auch leidlich geklappt, doch mit meiner Entspannung war es dann natürlich aus… 

Ich weiß natürlich nicht, was die anderen Gäste sich gedacht haben, doch ich fühlte mich die ganze Zeit feindseligen Blicken ausgesetzt. Denken die, dass ich mit meinem Kind nicht klarkomme? Fühlen die sich gestört von uns? Hören die das überhaupt oder ist der Geräuschpegel hoch genug? Hätte mich das gestört als ich noch keine Kinder hatte? Ich fühlte mich unwillkommen und fehl am Platz. Wie soll ich damit umgehen, wenn ich den Eindruck habe, dass mein Baby stört? Wieviel sollte mir egal sein à la „Babys sind halt so“ und worauf muss ich verzichten, um andere nicht zu stören… Irgendwie wäre ich manchmal gern cooler und hätte gern ein dickeres Fell, doch im Moment bin ich nach solchen Aktionen immer vollkommen am Ende und beschließe das nächste halbe Jahr das Haus nicht mehr zu verlassen und auch keinen Besuch mehr zu empfangen… Aber das ist ja auch keine Lösung. Wie kann ich dem Baby helfen abzuschalten, damit er trinkt, wenn hungrig und/oder einschläft, wenn müde, auch wenn die Umgebung spannend ist? Vielleicht ist das im Moment auch eine der berühmten „Nureinephasen“… Ich weiß es nicht. Habt ihr Tips für mich?

Übrigens hat das Kind den ganzen Weg zurück inklusive Einkauf im osterüberfüllten Kaufland geschlafen. Tolle Kommentare gab es gratis: „So ein entspanntes Kind, das es bei dem Lärm schlafen kann.“ Ich gebe es auf, ich verstehe es auch nicht…

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